#GayTravel
Daniel Gilgen

Marrakesch – eine Reise in 1001 Nacht

Einige von euch werden sich sicherlich fragen, warum ich für Hotelplan Gaytravel einen Blog über Marrakesch schreibe. Homosexualität und auch einvernehmliche sexuelle Handlungen sind ja in Marokko verboten. Ich habe Marrakesch kürzlich selber besucht und bin der Meinung, dass man auch mal etwas anderes thematisieren darf als die immer gleichen, schwulen Destinationen.

Wenn man sich an gewisse Regeln hält, ist ein Besuch von Marokko kein Problem. Reist ihr als Paar und wohnt in einem der grossen, bekannten Hotels sehe ich absolut kein Problem. Absolute Vorsicht ist aber geboten bei Besuchen von den illegalen Clubs und Bars. Auch würde ich nicht mit einem Einheimischen flirten oder sogar ins Bett steigen. Da sehe ich die Gefahr – aber diese kann man als Tourist ja sehr gut umgehen.

Sehenswertes

Marrakesch strahlt eine unglaubliche Magie aus, die den Besucher sehr schnell in den Bann zieht. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren neu erfunden und so manch unerwartetes wartet darauf aufgeweckt zu werden. Die Faszination von Marrakesch ist nach wie vor sehr gross. In den 60er und 70er Jahre waren Promis und Hippies da und so mancher ist geblieben. Yves Saint Laurent, der französische Designer, hat hier eine tolle Villa mit einem grossen Park. Er hat hier lange gelebt und sich hier Ideen und Inspiration für seine Kollektionen geholt. Auch nach seinem Tod ist er hier sehr präsent. Der Jardin Majorelle erinnert an ihn, ist ein absolutes Highlight und sollte unbedingt besucht werden.

Der Jardin Majorelle in Marrakesch

Die Hippies sind gegangen doch die Promis sind geblieben. Madonna hat Marrakesch ausgewählt um ihren 60. Geburtstag zu feiern. Ein rauschendes Fest unter dem orientalischen Sternenhimmel. Viele kommen einmal – und dann immer wieder. Ein Schweizer der in Marrakesch lebt und ein Kultgeschäft betreibt hat mir gesagt, dass die Stadt „Suchtpotential“ hat. Ich habe den Schweizer Unternehmer Matteo Lettieri getroffen. Er hat mit Partnern das Label Nasire gegründet; seine Taschen und Portemonnaies aus hochwertigem Leder sind mittlerweile Kult. Der trendige Showroom sollte unbedingt besucht werden.

Medina

Ein typischer Tag in Marrakesch beginnt mitten in der historischen Altstadt  – der Medina. Was gibt es Schöneres als auf einer der lauschigen Dachterrassen zu frühstücken und die Stadt auf sich wirken zu lassen? Der marokkanische Kaffee heisst übrigens „Nous Nous“ – ein Traum von einem Milchkaffee.

Der Besuch in der Medina braucht aber auch Nerven und viel Geduld. Marrakesch ist die Stadt der Mopeds. Sogar in den engen Gassen der Medina fahren die Einheimischen halsbrecherisch und ohne Rücksicht auf Verluste – gebremst wird nicht – der Fussgänger soll auf die Seite. Ein Händler in der Medina hat mir gesagt, dass man nur rechts gehen soll, nicht links.

Der ideale Ausgangspunkt für einen Rundgang ist der Djeema el Fna Platz. Tagsüber bieten hier Gemüse- und Früchtehändler ihre Ware an. Entsetzt war ich allerdings über die angeketteten Affen, mit denen man sich für ein paar Dirham fotografieren lassen kann – nichts für schwache Nerven. Am Tag herrscht hier ein herrliches Treiben, abends reiht sich Gassenküche an Gassenküche. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung und die Gerüche vermischen sich zu einem herrlichen Durcheinander.

Wer es aber etwas gemütlicher mag, der sollte ein Restaurant von Kamal Laftimi besuchen. Er hat sehr früh erkannt, dass es durchaus Leute gibt, die lieber in einem sauberen, gemütlichen Restaurant sitzen, um zu essen. Er versucht Tradition und Moderne unter einen Hut zu bringen. Ich habe im Le Jardin wunderbar gegessen. Die Küche ist trendig und der Service freundlich aber nicht aufdringlich.

In der Altstadt

Übernachtung

In Marrakesch stellt sich immer die Frage; wo übernachte ich? Soll es ein Riad sein oder doch eher ein Hotel mit etwas mehr Infrastruktur. Die Riads, die Häuser der ehemaligen Oberschicht, wurden sehr liebevoll renoviert und man findet so einige Bijous. Klar ein Aufenthalt in einem Riad ist Marokko pur und man ist wirklich am Puls der Zeit. Einige innovative Gastgeber bieten in den alten Häusern einen Traum aus 1000 und 1 Nacht. Abends muss man nur ein paar Schritte gehen und befindet sich mitten im Geschehen. Ein absolutes Bijou ist das Riad BE Marrakech, welches von einer Schweizerin geführt wird. Die Yoga- und Kochkurse sind sehr gefragt und schlicht einzigartig.

Ich habe im Mövenpick Mansour Eddahbi Hotel gewohnt. Das Hotel liegt im neuen Stadtteil L`Hivernage und ist eine Oase der Ruhe. Der Spa lädt zum Relaxen und erholen nach den anstrengenden Besichtigungen ein. Die Zimmer sind alle sehr modern und schön eingerichtet. Ich empfehle ein Superior Zimmer zu buchen. Diese liegen alle in einem separaten Gebäude und sind sehr grosszügig. Das Frühstücksbuffet ist absolut genial und einfach toll. Abends gibt es am Pool ein tolles Restaurant mit marokkanischer Musik.

Marrakesch eine Inspiration und sicherlich mehr als einen Besuch wert – ich werde wieder kommen…

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