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Shalom Tel Aviv

Gehört hat Mann‘s ja schon öfter, Tel Aviv, die neue In-Destination. Nun gut, sagte ich mir, das muss mal ausgetestet sein. Als Liebhaber von Städten mit Meeranstoss klingt Tel Aviv ja vielversprechend. Also nichts wie hin und selber testen…

Gehört hat Mann‘s ja schon öfter, Tel Aviv, die neue In-Destination. Nun gut, sagte ich mir, das muss mal ausgetestet sein. Als Liebhaber von Städten mit Meeranstoss klingt Tel Aviv ja vielversprechend. Also nichts wie hin und selber testen…

Mit rund vier Stunden Flug ist die Anreise etwas länger als andere Gay-City-Favourits in Europa, vergleichbar mit einem Flug auf Gran Canaria. Bei Swiss fliegt man übrigens meist sogar  im grosszügigen A330 oder A340 Langstreckenflieger. Wenn man beim Reisetermin etwas flexibel ist, sind auch durchaus attraktive Tarife verfügbar. Alternativ fliegt auch die israelische Fluggesellschaft El Al direkt von Zürich nach Tel Aviv.

tel aviv

Angekommen warten wir gespannt in der Schlange vor der Einwanderungsbehörde. Bekanntlich sollen in Israel die Kontrollen sehr streng sein und ein leichter Sicherheitswahn vorherrschen, nun, ganz abzustreiten ist das nicht, wir kommen dann aber doch erstaunlich schnell durch die Kontrolle und müssen lediglich ein paar Standardfragen zu Reisezweck etc. beantworten. Wir entscheiden uns mit dem Taxi in die Stadt zu fahren, Kosten umgerechnet ca. 50 CHF. Alternativ gibt es eine Bahn die ins Zentrum fährt, nur sind die Bahnhöfe je nach Hotel auch nicht unbedingt in Fussdistanz gelegen.

Unser Hotel, Center Chic, wird in einigen Gay-Führern empfohlen und die Aussage kann ich nur bestätigen. Ein schmuckes Boutique Hotel beim Dizengoff-Platz. Man kommt zu Fuss zum Strand (oder mietet sich eines der Citiy Bikes, die es überall in der Stadt gibt) wie auch zum bekannten Boulevard Rothschild. Der Empfang im Hotel ist sehr freundlich und auch während des Aufenthaltes immer nett und hilfsbereit. Übrigens bietet auch das Hotel Bikes gratis an, diese aber nur für maximal 3 Stunden. Wer also länger unterwegs ist, bedient sich besser bei den (sehr günstigen) City Bikes (zahlbar mit Kreditkarte).

tel aviv

Wir haben das Zimmer ohne Frühstück gebucht, was aus zwei Gründen sinnvoll sein kann. Man muss nach einer längeren Ausgehnacht nicht zu einer bestimmten Zeit am Buffet stehen, aber fast noch wichtiger, man kann ein ausgiebiges, israelisches Frühstück in einem der vielen Strassencafés geniessen. Und die Israelis lieben ausgiebige Morgenessen, wobei es auch kein Problem ist, am Mittag noch zu frühstücken. Eine der lokalen Spezialitäten ist Shakshuka eine Eierspeise mit Tomaten und oft auch mediterranen Gemüsen verfeinert.

Israelisches Frühstück

Die Gay-Hotspots:

 Strand: Hilton Beach

Es gibt ihn natürlich auch in Tel Aviv, den sogenannten Gay-Strand. Etwas nördlich an der langen Strandpromenade gelegen, unterhalb des Hilton Hotels. Sehen und Gesehen werden gehört hier selbstverständlich auch ein bisschen dazu. Wobei zu erwähnen ist, dass hier der Gay-Beach mit Familien, Kindern und Hunden (ja effektiv, in Tel Aviv hat gefühlt jeder zweite einen Hund, die Stadt ist aber dennoch sauber) geteilt wird. Irgendwie sympathisch und ein weiterer Beweis der Offenheit der lokalen Bevölkerung. Wer übrigens hofft einige Runden im Meer schwimmen zu können wird eher enttäuscht, die Badebuchten eignet sich wegen ihrer geringen Wassertiefe eher für eine Abkühlung  und bisschen plantschen im Meer. Spannend ist es allemal hier.

Skyline TLV

Ausgehen

Clubs und Bars gibts etliche. Programme wechseln oft und einige Partys sind nicht immer an den gleichen Location beheimatet. Als sehr nützlich hat sich hier die Iphone App Gay Vibe Tel Aviv erwiesen. Sie zeigt neben Tipps zu Restaurants auch immer aktuell die Partys, die in der laufenden Woche angesagt sind. Die Erklärungen zu jeder Location sind treffend und es hilft bei der Planung. Es sollte sich also für jeden Gusto was finden. Wenn wir schon beim Thema App sind. Internet im Ausland ist bekanntlich teuer. Tel Aviv gehört aber erfreulicherweise zu den Städten, die fast in jedem Café, Restaurant und sogar auf öffentlichen Plätzen und am Strand gratis WIFI anbietet. Wirklich cool!

Ausflug Jerusalem mit Klagemauer und Felsendom

Beste Ausgehabende sind Donnerstag, Freitag und Samstag. Von Freitagabend bis Samstagabend ist in Israel zwar Shabat, wo in weiten Teilen des Landes wirklich nichts läuft, was viele Partylocations und Tel Aviver aber wenig interessiert. Zwar fahren tatsächlich keine öffentlichen Busse oder Züge während dieser Zeit und einige Geschäfte haben geschlossen, aber der Grossteil der Clubs und Bars feiern ungeniert in den Shabat hinein.

Skyline Tel Aviv

Restaurants

Wir haben uns meistens auf die Empfehlungen der oben erwähnten App verlassen und wurden nicht enttäuscht. Eine wirklich typische, israelische Küche konnten wir nicht finden, ist alles doch mediterran und arabisch beeinflusst.

tel aviv

Meine Favoriten:

Brasserie – Französische Bistro-Küche

Suzanna – Tolle Terrasse und mediterrane Küche

Coffee Bar – Edler Italiener, der Weg ins eher abgelegen Restaurant lohnt sich.

Gerade an Wochenenden lohnt sich eine Reservation in diesen Restaurants. Achtung: Wer günstige Preise wie in anderen, südlichen Ländern erwartet, wird enttäuscht sein. Das Preisniveau in Israel ist eher hoch und bewegt sich bei Essen in Restaurants und bei Getränken (vor allem beim Alkohol) auf Schweizer Niveau.

Trips

Neben Erkundungstouren durch Tel Aviv (sehr empfehlenswert und ein Muss sicher Old Yaffa im Süden der Stadt), haben wir uns auch für eine Tagestour nach Jerusalem und ans Tote Meer entschieden. Informationen gibt es an der Reception oder die Touren können auch im Voraus gebucht werden. Also lieber ein, zwei Tage länger einrechnen, denn der Gegensatz zur pulsierenden Stadt Tel Aviv und dem traditionellen Jerusalem sollte man erlebt haben.

Old Jaffa

Unsere fünf Tage waren im Nu um und mit vielen, sehr positiven Eindrücken machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Hier zeigt sich dann doch nochmal die Sicherheitssituation des Landes. Bei der Ausreise werden wir um einiges eingehender befragt als bei der Einreise. Es kamen doch auch sehr private Fragen zur Sprache. Auf meine Antwort auf die Frage, in welcher Beziehung ich und mein Reisepartner stünden, die ich der Einfachheit wegen mit „Freunde“ beantwortete, kam die direkte Rückfrage ob wir wirklich Freunde oder Partner seien, was ich mit Partner wahrheitsgetreu beantwortete. Was in Israel grundsätzlich auch nicht weiter ein Problem ist. Dann wurden uns weitere Fragen in die Richtung gestellt, wie lange schon befreundet, ob zusammenlebend etc, was doch etwas speziell anmutete. Zwar war der Beamte äusserst freundlich und hat sich mehrmals dafür entschuldigt, die Fragen stellen zu müssen, dies gehöre halt zur Sicherheitspolitik. Immerhin, er war äusserst attraktiv (was hier übrigens auf nicht wenige Männer zutrifft ) und vielleicht hat es ihn ja einfach aus persönlichen Gründen interessiert…who knows. Aber von einem hübschen Beamten lässt man sich doch gerne befragen. Die Leibesvisitation blieb dann aber „leider“ aus.

Mein Fazit: Tel Aviv wird sicher auf die Liste meiner Top Citytrips gesetzt und baldmöglichst wieder besucht.

Marco Strub

Gastautor: Marco Strub, Manager Cruises Hotelplan

 

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