#GayTravel
Katja Leemann

Winter soweit das Auge reicht…

Hoch im Norden von Finnland liegt Muonio. Die Winter sind dort oben lang, schneesicher und somit ideal, diesen aktiv zu erleben. Was eignet sich hier besser, als eine Safari mit dem eigenen Huskyschlitten. Du erlebst die verschneite und einmalige Natur und geniesst unvergessliche Tag in der arktischen Wildnis. Am besten reist man mit dem Charterflug von Hotelplan direkt nach Kittilä. Dort wird man vom Hotelplan-Reiseleiter begrüsst und mit einem Bustransfer direkt in das Ferienzentrum mit eigener Huskyfarm von Harriniva gefahren.

Hoch im Norden von Finnland liegt Muonio. Die Winter sind dort oben lang, schneesicher und somit ideal, diesen aktiv zu erleben. Was eignet sich hier besser, als eine Safari mit dem eigenen Huskyschlitten. Du erlebst die verschneite und einmalige Natur und geniesst unvergessliche Tag in der arktischen Wildnis. Am besten reist man mit dem Charterflug von Hotelplan direkt nach Kittilä. Dort wird man vom Hotelplan-Reiseleiter begrüsst und mit einem Bustransfer direkt in das Ferienzentrum mit eigener Huskyfarm von Harriniva gefahren.

Harriniva

Am ersten Abend geniessen wir ein ausgiebiges finnisches Nachtessen mit vielen Köstlichkeiten und lernen die weiteren internationalen Teilnehmer der Huskysafari kennen. In zwei Gruppen mit je 6 Personen eingeteilt, erklärt unser Musher (Hundeschlittenführer) Ralf, was uns morgen früh erwartet. Nach dem Essen steht die Materialausgabe auf dem Programm. Einmal die Türe des Ferienzentrums geöffnet, atmen wir die -15 gradige, frische Luft ein. Prrr am liebsten wären wir alle gleich wieder zurück ins wollig warme Restaurant gekehrt. Die Ausgabe ist mehr als durch organsiert. Jeder erhält einen Seesack, der nun für die kommenden 5 Tage sein Koffer ist: „Was im Seesack nicht Platz hat, könnt ihr nicht mitnehmen.“ Gemäss unserer Packliste hatten wir Lage 1 bis 3 selbst mitzubringen. Es handelt sich dabei um 1. Thermo-Unterwäsche, 2. Rollkragen-Pulli, dünne Hosen und dicke Wollsocken und 3. dicker Fleecepullover und -Hose. Die Ausgabeverantwortliche mustert uns und meint du trägst Kleidergrösse 38 und kriegst von mir einen windfesten Overall und dazu noch eine Überhose und –jacke. Weiter erhalten wir Überhandschuhe, spezielle Winterstiefel mit einer integrierten Alu-Schutzschicht sowie Mütze und Schlafsack. Damit unser Musher sicher gehen kann, dass das Material für alle passt, müssen wir alles anziehen – wir kommen uns wie Michelin Männchen vor.

Auf dem Weg zurück ins Ferienzentrum hören wir in der dunklen Nacht die Huskies heulen.

Mit diesen ersten Eindrücken geht’s ins Bett und ich muss sagen, Nervosität macht sich langsam breit. Gedanken an – wie nehmen mich meine Hunde auf, kann ich diesen Schlitten richtig steuern, werde ich in dieser Astronauten-Kleidung nicht viel zu heiss haben…

Pii-pii-piiii – es ist 6.30 Uhr aufstehen, es heisst frühstücken – unser Guide meint: „Esst wie ein Waldarbeiter und nicht wie ein Vögelchen, ihr werdet Energie brauchen.“ Mit dem Seesack aufgeschnallt, geht es zur nebenan liegenden Huskyfarm, wo wir wärmstens und in einem wilden Geheul der Huskies willkommen geheissen wurden. Die Hunde sind bereits an die Schlitten gespannt und Ralf nimmt die Einteilung der Hundeschlitten vor. Nebst dem eigenen Seesack wird das Essen, Holz, Schaufel, Axt, Küchenmaterial in die Schlitten verteilt. Dann heisst es auf die Kufen stehen und sich einmal mit der Bremse des Schlittens sowie dem Anker vertraut zu machen. Ralf erläutert uns, in welcher Reihenfolge wir zu fahren haben, welche Regeln und Handzeichen bei einer Husky-Schlittenfahrt zu beachten sind und wie wir die Hunde unterstützen können, einen guten Job für uns zu machen.

Huskies

Auf geht’s – kaum ist der Anker vom Schnee befreit und die Bremse gelöst geht es in Windeseile los… Anfangs noch etwas unsicher, verfliegt die Nervosität mit der Zeit. Man spürt sichtlich, wie sich die Huskies wie wir auf die bevorstehenden 5 Tage Safari freuen, laufen sie doch in schnellstem Tempo. Einzig der Wind, das Knirschen des Schnees unten den Kufen des Schlittens sowie der Atem der Hunde sind Geräusche, die man wahrnimmt. Wildnis wir kommen…

Husky_Schlitten

Mittags machen wir Rast an einem Waldrand. Zuerst gilt es den Schlitten zu sichern und die Hunde zu füttern. Anschliessend müssen wir ein Loch für eine Feuerstelle in den Schnee graben, sowie ein Feuer im Schnee entfachen. Mmmh – wie soll das gehen und es wird uns bewusst, dass wir die Zivilisation verlassen haben und nun andere Kenntnisse gefragt sind, die wir ehrlicherweise zuerst lernen müssen. Kochen auf Feuer macht richtig Spass und bis am Ende ist unsere einziger Gegner, denn wir nicht bezwingen können, der Wind. Aber zum Glück haben wir unseren Guide – der entfacht Feuer in jeder Lebenslage.

Lachs_Feuer Abendessen

Nach dem Rast geht es weiter entlang des Pallas-Ylläs Nationalparks, wo wir vorbeiziehen an verschneiten Waldlandschaften, dem baumlosen Fjällgebiete sowie über zugefrorene Seen oder auch mal entlang eines Flusses. Gegen 16.30 Uhr erreichen wir unserer erste Wildnishütte. Wie bereits erwähnt – bremsen, Anker setzen und erst jetzt das Bremspedal und den Schlitten loslassen – der eine oder andere vergisst sich und weg sind die Hunde…

Die Hunde werden vom Gespann gelöst und einzeln an die vorhandenen Übernachtungsvorrichtungen angebracht. Unser Musher verteilt die Arbeiten, die in zweier Gruppen zu erledigen sind und wir in den kommenden Tagen jeweils rotierend erledigen dürfen. Die einen sind für das Feuer in der Hütte verantwortlich, kochen Wasser und bereiten das Zvieri vor. Die anderen müssen mit der Axt gefrorenes Fleisch für die Hunde in Schnauzen gerechte Stücke hacken und eine weitere Gruppe ist für die Wasserbeschaffung besorgt. Beim Wasserjob muss zuerst das Wasserloch gesucht werden, allenfalls freigelegt werden, um dann Wasser in die Hütte sowie in die Sauna zu schaffen, da die Saune gleichzeitig unser Badezimmer ist.

Alle Jobs erledigt, begeben wir uns in die gemütliche Hütte und geniessen am Lagerfeuer Kuchen, Tee oder Kaffee. Nach einem ganzen Tag -15 Grad, Sonnenschein und frischer Luft und Wind, hat mir ein Stück Schokoladen-Kuchen noch nie so gut geschmeckt.

Gemeinsam bestimmen wir, wer heute Abend das Nachtessen zubereitet und wer als erstes die Sauna, welche sich in einem kleinen Holzhäuschen befindet, ausprobieren darf. Das zweier Team, welches übrig bleibt, darf Holz für die nächsten Gäste in der Hütte hacken und anschliessend das süsse Nichts tun frönen. Unsere Wildnishütten sind während der fünf Tage ganz unterschiedlich, einmal ist alles in einem Raum ein anderes Mal haben wir pro Teilnehmerpaar ein eigenes Zimmer – aber was überall identisch ist – es hat nur im offenen Wohnzimmer mit integrierter Küche eine Feuerstelle und ist somit auch nur dort wirklich warm.

Jeden Abend um ca. 19.00 Uhr gibt es Nachtessen – kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so viel gegessen habe und mir anschliessend auch noch ein grosszügiges Dessert gegönnt habe. Es hört sich einfach an, aber die Arbeit mit den Hunden und in der Wildnis braucht Energie und ist nicht mit meiner täglichen Arbeit im Reisebüro zu vergleichen.

Sonnenuntergang Kittilä

Die angebrochenen Abende verbringen wir gemeinsam in der Wildnishütte und erzählen uns von unserer Erlebnissen, Missgeschicken und Eindrücken oder entspannen beim Lesen oder einem Gesellschaftsspiel. Jeden Abend können wir alle den nächsten Morgen nicht erwarten – was gibt es schöneres, als von seinen persönlichen Hunden stürmisch begrüsst zu werden. und als Team sich auf einen weiteren eindrücklichen und unvergesslichen Safaritag durch die verschneiten Landschaften Finnisch Lapplands aufzumachen.

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